Alle Jahre wieder…

Dezember 15th, 2010

Ach ja, Weihnachtszeit du schöne Zeit…
Zeit für Sentimentalitäten, denen man sich gerne mal hemmungslos hingeben mag.  Und so gebe ich mich jedes Jahr dem merci-Spot hin. Seufz. Die Welt kann so heile sein. Spätestens wenn der Spot läuft, weiß ich, es geht hart auf Weihnachten zu. Schöner Reminder. Habe die aktuelle Spotversion leider nicht im Netz gefunden. Wer mitschmachten möchte: bitte ARD einschalten, kurz vor der Tagesschau. merci, dass es dich gibt.

Bilderrätsel

November 28th, 2010

Es gibt Bilder, die geben Rätsel auf.
So wie dieses hier:

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Soll hier
a) eine Sonnenliege beworben werden oder
b) ein schöner Strand gezeigt werden?
Wenn es sich um a) handelt: Warum kann man so wenig vom Produkt erkennen?
Wenn es sich um b) handelt: Wer zerstört das Idyll und stellt eine Sonnenliege an diesen schönen einsamen Strand ab?
Aber das größte Rätsel: Wer geht bei strahlendem Sonnenschein im schwarzen Anzug an den Strand und legt sich neben eine relativ kuschelig aussehende Sonnenliege? Wie kommt der Typ überhaupt da hin? Und wo kommt er her? Braucht er Hilfe? Hat er sich was angetan? Wird er vermisst? Warum tut denn keiner was? Ruf` doch mal einer den Notarzt! Polizei, schnell, Hilfe!!

Grauen vor 8

November 21st, 2010

Eigentlich gucke ich vor 8 ja kein Fernsehen. Eigentlich. Aber keine zwingende Notwendigkeit ohne Ausnahme, vor drei Tagen lief der Fernseher halt doch schon mal vor 8. Kaum schmeißt man alte Gewohnheiten über Bord, rächt es sich auf das Grausamste: Seitenbacher Müsli. Präsentiert `Wissen vor 8´. In BILD UND TON. Das wollte ich gar nicht wissen. Und schon gar nicht sehen. Das ist Vergewaltigung des guten Geschmacks. Das ist so schlecht, das es mir körperliche Schmerzen bereitet. Diese 15 Sekunden Seitenbacher Sendezeit hat weder Charme, noch hat es Witz, noch ist es in irgendeiner Form ansprechend umgesetzt. Da gibt es auch kein goodwill, weil alles hand- und hausgemacht ist, selbst ausgedacht und mit der Heimkamera gedreht. Oder weil sich jemand traut, sich den Ausdrucksformen der `kommerziellen Werbung´ konsequent zu widersetzen. Wer es wagt, hier von`Kult´zu sprechen, hat ein völlig falsches Weltbild. Der hält auch Oma´s Wellensittich und Türkränze aus Plastikblumen für cool. Wenn trash, dann zeigt den Kerl Karle mit den Verdauungsproblemen gefälligst auf dem Klo, als vorher - nachher Einstellung.  Jetz´ probierschs halt.

Geht gar nicht: Black Puty

November 17th, 2010

Im ersten Moment dachte ich: das ist ein Scherz.
Aus dem Fernseher dröhnt mir RamJams “Black Betty” entgegen, eine Lady im kleinen Schwarzen macht mit ihrem Lover akrobatische Verrenkungen, und dann, ja, tatsächlich, dann tanzt eine Wurstverpackung durchs Bild. Ernsthaft. Und nicht irgendeine Wurstverpackung, sondern eine schwarze. Aha. Und die Auflösung der Inszenierung gipfelt in dem Produkt: Black Puty.
Na, hat es auch jeder mitbekommen? Hier wird´s dunkel, nahezu schwarz. Die Wurst hat nämlich einen schwarzen Rand. Ich will da gar nicht in die Details eingehen, allein der Name. BLACK PUTY. Abgeleitet von Black Beauty? Weil es sich um Pferdefleisch handelt? Dabei macht Wiesenhof doch in Geflügelprodukte. Mangels Alternativen? Hey, da hätte man doch etwas mehr Gehirnschmalz einsetzen können, oder? Na gut, jetzt sind wir aber schon mal BLACK. Da rufen wir doch mal die Agentur an: Was fällt euch zu `schwarz´ ein? - Dunkle Nacht, das kleine Schwarze, schwarz wie Ebenholz, Black Beauty, Black Betty. Ey, super, sagt der Kunde, machen wir. Alles auf einmal. Holzhammermethode. Ehrlich, da gibt es nichts zu beschönigen, das ist einfach nur schlecht. Dafür gibt es null Kreativitätspunkt, nee, besser noch: Punktabzug.
Da sollte die Wurstwerbung mal radikal anders sein, statt heile Welt, grüne Wiesen, glückliche Hühner, natürliche Zutaten und Johannes B. Kerner jetzt Leidenschaft, Lust und Emotion. Aber doch nicht so! Zu Black fällt mir noch ein: Blackout.

ad-addicted but kid-trapped

Oktober 13th, 2010

Um eine Kreissaalerfahrung reicher und Dreimonatskoliken später melde ich mal wieder.  Nach den Koliken ist nahtlos das WM-Fieber ausgebrochen, welches leider kommentarlos von meiner Seite auskuriert werden musste. Die Kinder, drei an der Zahl, sind wohlauf, quicklebendig - und zeitraubend.
Und diese kleinen Räuber schaffen es sogar, mir meine Zeit und Besessenheit für Werbung zu stehlen! Es gibt zwar `50 Ways to Leave Your Lover´, aber nur einen sicheren Weg, der Werbung zu entgehen: eigene Kinder. Kleinkinder. Kleine Monster, die den ganzen Tag was wollen: Essen, Spielen, saubere Socken, Sport, frische Windel, ´ne Flasche, Unterhaltung, Buch lesen. Und zwar immer. Jetzt. Sofort.
Tageszeitung? Hab ich abbestellt, keine Zeit, weder zum Durchblättern und zum Lesen schon gar nicht. Fernsehen? Wenn, dann gezielt KiKa (ohne Werbung; wer Kinder hat, weiß warum) oder Tagesschau, um nicht ganz dumm durch den Alltag zu stolpern. Plakate, Poster? Nehme ich aus den Augenwinkeln vielleicht noch war, kann aber deren Inhalte nicht mehr erfassen, weil ich entweder auf den billigen Plätzen hinten im Auto Streit unter Geschwistern schlichten muss oder ständig neue Radiosender mit den richtigen Liedern suchen muss, damit auf den billigen Plätzen der Unmut nicht noch weiter steigt oder ich muss auch mal tatsächlich auf den Verkehr achten. Ist besser für die Gesundheit. Radiospots? Wie gesagt, s.o. Und einer der Kleinen ist immer an Bord.
Und dann noch Guerilla-Marketing, das liebe ich ja sowie, so mit Überraschungseffekt und ganz unerwartet springt es mich an, an Orten, an denen ich es nicht erwarte und darum positiv gestimmt bin über eine so lustige Abwechslung unser werbenden Branche. Aber mit drei Guerilla-Kämpfern im Miniformat an der Hand ist da bei mir jeder good will und Aufwand echt verloren. Virales Marketing? Herrlich, ist mir aber zum kompliziert, weil es mich nie erwischt und ich danach suchen müsste. Und wer sucht schon freiwillig nach Werbung, im Internet: “Hallo, hier bin ich, ich bin affin, trefft mich doch.” Ist auch noch nicht passiert. Schade.

Der Calli mit der Barbara

Februar 23rd, 2010

Der Reiner “Calli” Calmund, ein Pfundskerl eigentlich, der achtet ja jetzt neuerdings schwer auf seine Figur. Hat in 2009 laut eigener Auskunft 30kg abgenommen. Das hat uns leicht - nee, schwer - beeindruckt. Jetzt macht er auf Leichtgewicht und hat sich zwei fette fettfreie Werbeverträge geangelt: zum einen für Katjes Yoghurt-Gums, ein Spot, der mit Humor durchaus leicht zu verdauen ist.
Zum anderen, und “dat is´ abba schade”, für Müller Milch: Der Joghurt mit der Buttermilch. Ich glaube ja, der gute Mann ist unter falschen Voraussetzungen nach Südafrika (ist da nicht was mit Fußball??) gelockt worden und jetzt läuft er dort etwas orientierungslos durch die Steppe. Zufällig begegnet er dem sogenannten Topmodel Barbara Meier. Leider haben die beiden sich nicht wirklich was zu sagen und gucken sich sparsam und blöd grinsend an. Zum Glück steht gerade ein Joghurtbecher einfach so in der Gegend rum, mit Löffel! Den schnappt sich die Barbara, wahrscheinlich um die peinliche Situation zu überbrücken, und löffelt dem Calli was vor. So eine Gemeinheit! Wenn man sich nämlich Herrn Calmund in seinem weißen Anzug genauer anschaut, wie er elfengleich angehüpft kommt, sieht doch jeder, wie toll er abgenommen hat. Zumindest am Knie. Da hat er auch das Recht auf eine ordentliche Portion Joghurt mit Buttermilch, die er voll mit Leichtigkeit genießen kann. Der Joghurt ist im übrigen so leicht, der schwebt sogar, ehrlich. Whow. Toller packshot.